Jugendoffizier an der Realschule Krumbach – Sicherheit im 21. Jahrhundert

Nachdem der erste Vortrag des Jugendoffiziers Christian Schicht Schüler und Lehrer gleichermaßen überzeugt hat, es ging um die Ukraine, lud Sozialkundelehrer Osteried den Jugendoffizier der Ulrichskaserne in Augsburg ein weiteres Mal zu einem Vortrag an die Realschule Krumbach ein, diesmal zum weiter gefassten Thema: Sicherheit im 21. Jahrhundert, weltweit.

Der Jugendoffizier Herr Christian Schicht mit Schülern der Klasse 10c

Die roten Staaten auf der interaktiven Weltkarte des Referenten sind die labilen, die blauen die stabilen Staaten. Die Zwischenstufen sind grün, gelb, braun. Rote Staaten finden sich überwiegend in Afrika und im Nahen Osten, blaue in Europa und Nordamerika.

Die Schüler trugen lebhaft vor, was sie von einem Staat erwarten, um ihn als stabil zu bezeichnen: eine blühende Wirtschaft, die den Bürgern Arbeitsplätze, Wohnungen, Lebensmittel, soziale Absicherung, bezahlbare Energie und Sonnenblumenöl bereitstellt. Sicherheit nach innen, durch Polizei. Sicherheit nach außen durch Bundeswehr und NATO. Demokratie, also Grundrechte und Wahlen.

Die labilen oder fragilen, also unsicheren roten Staaten bieten ihren Bürgern wenig oder nichts von diesen Leistungen. Dort kämpfen die Menschen ums nackte Überleben. Auch hier erkannten die Schüler sofort, welche Möglichkeiten sich bieten. Die Schwachen leiden, die Starken bilden Gruppen, oft terroristische Vereinigungen, die ihren Mitgliedern Waffen und Einkommen bieten oder sie fliehen in die sicheren Staaten, nach Europa etwa. Die Zuwanderung nach Deutschland, nach Europa allgemein, sei in den letzten Jahren gesunken, nicht wegen einer verbesserten Weltlage, sondern wegen stärkerer Kontrollen an Europas Außengrenzen. Die Flüchtlinge aus der Ukraine seien eine besondere Gruppe, weil sie keine Anträge auf Asyl stellen müssten.

Um ein sicheres Land in ein unsicheres zu verwandeln, genügen oft nur Wochen, etwa eine Hungersnot. Der umgekehrte Weg könne Jahrzehnte dauern. In Afghanistan sei der Weg zu einem stabilen Staat, nation building genannt, zu früh abgebrochen worden. Der Weg zu einem blauen Staat führe über vernetztes Handeln, über humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe und militärischen Schutz.

Die Schülerinnen und Schüler bekamen einen guten Überblick über sicherheitspolitische Herausforderungen weltweit. Offen blieben, aus Zeitgründen, unter anderem die Bereiche Umweltzerstörung, Bevölkerungsexplosion, Kriege und schlechte Regierungen als Ursachen für den Verfall von Staaten.

Text und Foto: J. Osteried

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